Die richtigen Entscheidungen treffen (1/2)
Jeden Tag treffen wir Entscheidungen – und mit ihnen verändern wir unser Leben. Es sind jedoch nicht nur die großen Entscheidungen, die unser Leben prägen. Gerade auch die kleinen Entscheidungen des Alltags können unser Leben nachhaltig beeinflussen. Doch wie treffen wir richtige Entscheidungen?

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Entscheidungen verändern unser Leben – kleine wie große
Wenn man von wichtigen Entscheidungen spricht, denkt man wohl in erster Linie an Situationen wie in eine andere Stadt ziehen, den Job wechseln oder eine Beziehung beenden. Ohne Frage ist diese Art von Entscheidungen weitreichend und sollte stets mit Bedacht gefällt werden. Doch oft unterschätzen wir die kleinen Entscheidungen des Alltags, die unser Leben ebenso weitreichend beeinflussen können wie die großen.
Ob es nun darum geht, noch eine weitere Folge auf Netflix zu schauen oder doch wie eigentlich geplant früher ins Bett zu gehen, um morgen früh vor der Arbeit noch meditieren zu können, oder sei es die Wahl zwischen dem gesunden Salat oder den Pommes, nach denen die Kantine in der Mittagspause so herrlich deftig duftet – mit jeder kleinen Entscheidung bewegen wir uns in eine gewisse Richtung. Natürlich spricht nichts dagegen, sich hin und wieder auch mal leckere Pommes zu gönnen oder weil es gerade so spannend ist, noch eine weitere Folge einer Serie anzuschauen. Erst die Regelmäßigkeit, die zur Gewohnheit wird, bringt mittel- und langfristig Probleme mit sich.
Innerer Frieden
Reflektiere bei einer wichtigen Entscheidung am besten als erstes über folgende Frage: Welche Entscheidung würde langfristig zu meinem inneren Frieden beitragen?
Leider hat der Aspekt „innerer Frieden“ häufig keinen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft und ist nur selten ein Kriterium bei Entscheidungsfindungen. Stattdessen streben wir vor allem nach Werten wie Erfolg, Geld, Beliebtheit, Anerkennung, Status, Aussehen, Lust und Spaß. Diese Faktoren allein führen uns aber nur selten zu langfristiger Lebensfreude, sondern verursachen sogar oft das Gegenteil: inneren Druck, Unausgeglichenheit und Unzufriedenheit.
Ich kenne mehrere Leute aus meinem beruflichen Umfeld, die mit großen Schritten die Karriereleiter erklimmen und dafür einen permanenten inneren Unfrieden in Kauf nehmen. Wie lange sie das durchhalten, ist fraglich. Ich will damit nicht sagen, dass man nicht hin und wieder auch mal Druck spüren und Stress haben kann. Diese Emotionen können in gewissen Phasen sogar sehr hilfreich sein. Wenn wir aber einen dauerhaften inneren Unfrieden bemerken, ist es sicher eine gute Idee, bei den nächsten Entscheidungen den Faktor „inneren Frieden“ mit in die Waagschale zu werfen.
Intensive Emotionen
Eine intensive Emotion löst eine Reaktion aus, die wir im ganzen Körper spüren. Sie verändert unser gesamtes Wahrnehmungsvermögen, was dazu führt, dass wir die Situation nicht mehr richtig einschätzen können. Wir haben in dem Moment das Gefühl, absolut im Recht zu sein und den Drang, sofort zu handeln. Ähnlich wie im alkoholisierten Zustand treffen wir auch während des Einflusses einer starken Emotion deshalb nur selten gute Entscheidungen.
Triff daher also besser keine Entscheidungen während einer intensiven Emotion und warte, bis sie nachlässt.
Wenn dich eine starke Emotion überkommt, nimm sie erst mal nur wahr und reagiere nicht sofort. Lenke deinen Fokus auf die Beobachtung des Gefühls. Dabei ist es wichtig, die Erfahrung zu machen, dass zwischen Impuls und Handlung eine Lücke existiert. Wie groß diese Lücke sein soll, darauf können wir selbst Einfluss nehmen. Je nach dem, in welcher Situation wir gerade sind oder wie lange die intensive Emotion anhält, kann sie ein paar Sekunden, aber auch Minuten, Stunden oder Tage dauern. Dabei sollte man wissen, dass die meisten Emotionen nur ein paar Sekunden währen. Der Grund dafür, dass wir eine Emotion trotzdem über einen längeren Zeitraum fühlen, ist die mentale Wiederholung des Geschehens, das sie ausgelöst hat. Wir lassen das, was passiert ist, immer wieder wie einen Film vor unserem geistigen Auge ablaufen, und dieser Film ruft die Emotion stets neu hervor.
Versuche